22.06.2026
Kanzleien der Zukunft

milia.io vs Steuerboard 2026: Welche Plattform passt zu welcher Kanzlei?

Vergleichsgrafik milia.io vs Steuerboard 2026: Auswahlkriterien für DATEV-Steuerkanzleien wie KI-Ansatz, DATEV-Tiefe, Hosting und Preise führen zum fairen Plattform-Vergleich

Dr. Katrin Hoffmann kommt von einem Kanzlei-Netzwerktreffen zurück nach Düsseldorf. Ein Kollege hat dort begeistert von KI-Agenten erzählt, die Belege selbstständig beim Mandanten einsammeln. Zurück in ihrer Kanzlei mit 22 Mitarbeitenden wartet die Realität: 40 ungelesene Mandanten-Mails, drei offene Belegnachforderungen und die Frage ihrer Teamleiterin, in welchem der vier Tools der Jahresabschluss von Mandant Weber gerade hängt. Genau in dieser Situation stoßen viele Kanzleiinhaber:innen auf Steuerboard, und kurz darauf auf die Frage nach einer Steuerboard Alternative: Reicht ein KI-Agent für einzelne Prozesse, oder braucht die Kanzlei eine Plattform, die das Tool- und E-Mail-Chaos insgesamt auflöst?

Dieser Vergleich stellt Steuerboard und milia.io fair gegenüber, nach Kanzleigröße und Anwendungsfall, mit belegbaren Fakten statt Marketingversprechen. Eines vorab: Beide Plattformen ergänzen DATEV, keine ersetzt es. Weder Steuerboard noch milia.io sind eine Finanzbuchhaltung oder eine Steuererklärungs-Engine. Den größeren Rahmen, wie KI die Zusammenarbeit mit Mandanten verändert, zeigt unser Überblick dazu, wie Steuerkanzleien 2026 mit KI in der Mandantenkommunikation Zeit sparen.

milia.io oder Steuerboard: die Kurzantwort vorweg

Kurz gefasst: Steuerboard ist ein junges Unternehmen aus Düsseldorf, das auf autonome KI-Agenten setzt. Die Agenten sammeln Belege beim Mandanten ein, verwalten offene Posten und werten Buchhaltungsdaten auf Beratungsanlässe aus, ergänzt um einen browserbasierten Portal-Baustein. milia.io ist die All-in-one-Kollaborationsplattform mit Kanzlei-KI: Vorgänge, Aufgaben, Dokumente, eine native Mandanten-App und milia.AI arbeiten in einem System, tief und bidirektional in DATEV integriert, vom DStV empfohlen und seit 2025 Teil der Visma-Gruppe.

Der Leitsatz für die Entscheidung: Wer gezielt einzelne Engpass-Prozesse wie die Belegeinsammlung automatisieren will und den Rest seiner Tool-Landschaft behält, findet in Steuerboard einen fokussierten Ansatz. Wer das Nebeneinander aus Portal, E-Mail, Aufgabenliste und Einzeltools durch eine Plattform ersetzen und KI mit klarer menschlicher Kontrolle im Tagesgeschäft verankern will, ist bei milia.io richtig. Die folgenden Abschnitte machen diese Abwägung konkret.

Was beide Plattformen gemeinsam haben

Trotz unterschiedlicher Philosophie teilen beide Anbieter eine Grundüberzeugung: Wiederkehrende Kanzleiarbeit gehört automatisiert, und die Zusammenarbeit mit Mandanten gehört raus aus dem E-Mail-Pingpong. Konkret haben beide Plattformen gemeinsam:

  • KI für Routineaufgaben, vor allem rund um Belege und Mandantenkommunikation.
  • Strukturierte Mandanten-Zusammenarbeit statt verstreuter Mails und Zettelwirtschaft.
  • DATEV-Anbindung, damit Daten und Belege dort ankommen, wo die Kanzlei arbeitet.
  • Hosting in Deutschland nach jeweiliger Anbieter-Angabe, als Basis für DSGVO-konformes Arbeiten.

Ebenso wichtig ist die gemeinsame Grenze: Beide ergänzen DATEV und ersetzen es nicht. Die Finanzbuchhaltung, das Rechnungswesen und die Steuererklärung bleiben in DATEV und in der fachlichen Verantwortung der Kanzlei. Wie eine durchgängige Mandantenkollaboration in milia auf dieser DATEV-Basis aufsetzt, zeigt sich in den nächsten Abschnitten im Detail.

Steuerboard im Überblick: Stärken und Profil

Hinter Steuerboard steht die Steuerboard Labs GmbH mit Sitz in Düsseldorf, ein junges Unternehmen, das im Tool-Profil bei tax und bytes als KI-Lösung für Steuerkanzleien geführt wird. Der Anspruch ist selbstbewusst formuliert: "Weniger Klickarbeit, dafür mehr Beratung", die eigenen KI-Agenten übernehmen nach dem Claim des Anbieters "(fast) jeden Fall".

Der Funktionsumfang gruppiert sich um drei Agenten-Module:

  • Collect Agent: sammelt fehlende Belege und Informationen beim Mandanten ein, validiert die Rückläufe und erinnert selbstständig nach.
  • Signals Agent: soll Buchhaltungsdaten auswerten und der Kanzlei konkrete Beratungsanlässe vorschlagen. Dieser Baustein ist nach Anbieterangaben angekündigt; ob und in welchem Umfang er allgemein verfügbar ist, geht aus den öffentlichen Angaben nicht hervor.
  • OPOS-Management: verwaltet offene Posten, also fehlende Belege und Zahlungen bei Debitoren und Kreditoren.

Dazu kommt ein Portal-Baustein für Aufgaben, Fristen und Dokumentenaustausch, browserbasiert und ohne Installation nutzbar. Auf der DATEV-Seite nennt Steuerboard nach eigenen Angaben Anbindungen an Belege Online, Meine Steuern, das DMS, Stammdaten, Accounting und EO comfort, ergänzt um eine offene API mit über 1.000 weiteren Integrationen. Das Referenzspektrum reicht von der Einzelkanzlei bis zur Großkanzlei BW Partner mit mehr als 300 Mitarbeitenden.

Die faire Einordnung: Steuerboard ist ein klar profilierter Spezialist für agentengestützte Prozess-Automatisierung. Wer genau diesen Engpass hat, bekommt dafür einen fokussierten Werkzeugkasten. Was Steuerboard nicht beansprucht, ist die Rolle einer durchgängigen Kanzleiplattform, und genau an dieser Stelle beginnt der Vergleich mit milia.io.

milia.io im Überblick: Stärken und Profil

milia.io verfolgt den All-in-one-Ansatz: Vorgänge, Aufgaben mit Status-Dashboard, Dokumentenmanagement, Belegmanagement mit DATEV-Belegkörben, eine native Mandanten-App für iOS und Android, integrierte E-Signatur (EES und QES), ein Workflow-Builder mit Freigaben und milia.AI arbeiten in einem System. Statt vier oder fünf Einzeltools nebeneinander zu pflegen, führt die Kanzlei ihre gesamte Zusammenarbeit auf einer Plattform. Gegründet 2021 in Köln, betreut milia heute über 200 Steuerkanzleien mit mehr als 40.000 Anwenderinnen und Anwendern.

Das KI-Herzstück ist milia.AI mit Human-in-the-Loop: eine eingebettete KI-Assistenz, die Mandant, Vorgang und zuständige Bearbeiter:in automatisch kennt, weil sie in der Plattform lebt. Sie beantwortet Mandantenanfragen vor, prüft Bescheide auf Abweichungen und Fristen vor, unterstützt bei Dokumenten und führt Schritte in Workflows aus. Über Taxy.io Answers ist zudem Steuerrecherche direkt in milia.AI verfügbar. Entscheidend ist das Prinzip: Die KI bereitet vor und schlägt vor, die fachliche Entscheidung trifft immer ein Mensch.

Beim Vertrauen setzt milia auf exakt benennbare Anker: vom Deutschen Steuerberaterverband (DStV) empfohlen, autorisierter DATEV-Schnittstellenpartner, seit 2025 Teil der Visma-Gruppe, DSGVO-konform, StBerG-konform, mit Hosting in ISO-27001-zertifizierten Rechenzentren in Frankfurt. Dass der Ansatz im Alltag trägt, zeigen belegte Ergebnisse: Die F+S Steuerberatung verkürzte die Mandatsannahme von zwei bis vier Stunden auf rund 15 Minuten, bei Steuerberater Drechsel laufen rund 90 Prozent des Mandanten-Onboardings über milia.

KI-Agenten oder eingebettete KI-Assistenz: der Kern-Unterschied

Der wichtigste Unterschied zwischen beiden Plattformen ist konzeptionell. Steuerboard setzt auf autonome KI-Agenten: Software, die definierte Fälle möglichst selbstständig abarbeitet, vom Einsammeln der Belege bis zur Erinnerung an den Mandanten. milia.io setzt auf eine eingebettete KI-Assistenz in einer durchgängigen Plattform: milia.AI arbeitet im selben System, in dem auch Vorgänge, Aufgaben und Dokumente liegen, und legt jedes Ergebnis einer Beraterin oder einem Berater zur Entscheidung vor. Beide Ansätze sind legitim, sie beantworten aber unterschiedliche Fragen: maximale Autonomie für einzelne Prozesse auf der einen Seite, durchgängige Zusammenarbeit mit klarer menschlicher Kontrolle auf der anderen.

Die Gegenüberstellung im Detail, mit Kennzeichnung der jeweiligen Anbieter-Angaben:

Funktionsbereich
Steuerboard
milia.io
Grundausrichtung
KI-Agenten für einzelne Kanzleiprozesse plus Portal-Baustein
All-in-one-Kollaborationsplattform mit Kanzlei-KI
KI-Ansatz
Autonome Agenten (Collect, Signals, OPOS)
milia.AI, eingebettete KI-Assistenz, Human-in-the-Loop
DATEV-Integration
Anbindung u. a. an Belege Online, Meine Steuern, DMS, Stammdaten (nach eigenen Angaben)
Autorisierter DATEV-Schnittstellenpartner, bidirektionaler DATEV-DMS-Sync, DATEV-Belegkörbe
Mandanten-Zugang
Browserbasiertes Portal
Portal plus native Mandanten-App (iOS/Android)
Workflows
Agenten-Abläufe für Belege und offene Posten
Workflow-Builder mit Aufgaben, Freigaben und KI-Schritten
E-Signatur
Nach öffentlich verfügbaren Angaben nicht gelistet
Integriert (EES und QES)
Organisationsprinzip
Prozess- und agentenzentriert
Vorgangsbasiert (Mandant plus Leistung plus Zeitraum)
Preismodell
Paketpreise mit Inklusivkontingenten, öffentlich
Modulare Bausteine nach Kanzleigröße, öffentlich
Trust-Anker
DSGVO, deutsche Rechenzentren (nach eigenen Angaben)
Vom DStV empfohlen, Visma-Gruppe, ISO-27001-zertifizierte Rechenzentren, StBerG-konform

DATEV-Tiefe: übertragen oder synchronisieren

Bei der DATEV-Anbindung lohnt ein genauer Blick auf die Richtung des Datenflusses. Belege an DATEV zu übergeben ist die Pflicht, die viele Tools erfüllen. Die tiefe DATEV-Integration von milia geht weiter: Der bidirektionale DATEV-DMS-Sync hält Dokumente, Belege und Stammdaten in beide Richtungen aktuell. Was in DATEV geändert wird, ist in milia aktuell, und umgekehrt, ohne Doppelpflege. Aufgaben, Freigaben und KI-Schritte lassen sich zusätzlich im Workflow-Builder zu wiederholbaren Abläufen verbinden, wie sie die Workflow-Automatisierung in milia abbildet. Die vollständige Matrix mit weiteren Anbietern zeigt der ausführliche Anbietervergleich.

Worauf Kanzleien bei der Tool-Auswahl 2026 achten

Der Markt für Kanzlei-KI ist 2026 unübersichtlich geworden: KI-Agenten, Mandantenportale, Recherche-Tools und Plattformen konkurrieren um dieselben Budgets. Diese sechs Kriterien bringen Ordnung in die Auswahl:

  1. Kanzleigröße und Use-Case zuerst. Eine Kanzlei mit einem klar umrissenen Engpass, etwa der Belegeinsammlung, braucht ein anderes Werkzeug als eine Kanzlei, deren eigentliches Problem das Nebeneinander von fünf Tools ist. Erst das Problem definieren, dann das Tool wählen.
  2. DATEV-Tiefe. Entscheidend ist nicht, ob ein Tool "mit DATEV kann", sondern wie: Werden Daten nur übergeben, oder bidirektional synchronisiert? Einseitige Übergabe bedeutet auf Dauer Doppelpflege von Stammdaten und Dokumenten.
  3. Hosting und Compliance. Für Berufsgeheimnisträger gilt die Verschwiegenheitspflicht nach § 203 StGB zur Verschwiegenheit, dazu die berufsrechtlichen Pflichten aus dem Steuerberatungsgesetz (StBerG). Ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO zur Auftragsverarbeitung ist Pflicht, Hosting in Deutschland und nachgewiesene Zertifizierungen erleichtern die eigene Rechenschaftspflicht erheblich.
  4. KI-Ansatz und Kontrolle. Klären Sie, wer am Ende entscheidet: Arbeitet die KI autonom, oder legt sie ihre Ergebnisse einem Menschen vor? Für haftungsrelevante Kanzleiarbeit ist der Human-in-the-Loop-Ansatz der Maßstab, an dem sich jedes KI-Versprechen messen lassen muss.
  5. Preistransparenz und Gesamtkosten. Vergleichen Sie nicht nur Listenpreise, sondern die Summe aller Tools, die nach der Entscheidung weiterlaufen. Eine Plattform, die Portal, Aufgaben, Signatur und KI bündelt, rechnet sich anders als ein Spezial-Tool zusätzlich zur bestehenden Landschaft.
  6. Akzeptanz bei Team und Mandanten. Das beste Tool scheitert, wenn Mandanten es nicht nutzen. Eine native App, verständliche Oberflächen und begleitetes Onboarding entscheiden über die tatsächliche Nutzungsquote.

Wie sich diese Kriterien konkret auf die Mandantenkommunikation auswirken, vertieft unser Hub-Artikel dazu, wie Steuerkanzleien 2026 mit KI Zeit sparen.

Preise im Vergleich: zwei Modelle, zwei Logiken

Erfreulich für alle, die Angebote vergleichen: Beide Anbieter listen ihre Preise öffentlich, die folgenden Angaben sind Stand 2026 und dienen der Orientierung.

Steuerboard rechnet in Paketen ab. Nach der öffentlichen Preisseite von Steuerboard kostet das Paket Agents 449 Euro pro Monat mit drei inkludierten Sitzen, jeder weitere Sitz liegt bei 149 Euro, bei jährlicher Zahlung gibt es 20 Prozent Rabatt. Das Paket Portal plus Agents liegt bei 800 Euro pro Monat mit 100 inkludierten Mandaten und drei Agent-Sitzen, zuzüglich 1.000 Euro einmaligem Onboarding. Ein Enterprise-Paket gibt es auf Anfrage.

milia.io setzt auf modulare Bausteine, die mit der Kanzlei skalieren. Nach der Preisseite von milia besteht das Modell aus einer Grundpauschale ab 49 Euro pro Monat, 9,90 Euro pro Mitarbeiter:in und Monat, milia.AI ab 49 Euro pro Monat sowie 2 bis 4 Euro pro betrieblichem Mandat und Monat, degressiv gestaffelt, private Mandate sind kostenfrei. Die Mandatsaufnahme ist als Add-on ab 99 Euro pro Monat verfügbar. Dazu kommt die Innovationsgarantie: Neue Funktionen stehen Bestandskunden ohne Aufpreis zur Verfügung.

Welche Logik günstiger ist, hängt von Ihrer Kanzlei ab. Paketpreise mit Inklusivkontingenten sind gut kalkulierbar, solange die Kanzlei in die Kontingente passt. Ein Baukasten wächst dagegen mit Mitarbeiter- und Mandatszahl mit und bündelt Funktionen, für die sonst mehrere Einzeltools weiterlaufen würden. Rechnen Sie beide Modelle mit Ihren realen Zahlen durch, statt auf eine Pauschalaussage zu vertrauen.

Wann passt Steuerboard, wann milia.io?

Die ehrliche Antwort auf die Frage nach der besseren Plattform lautet auch hier: Es kommt auf Ihre Kanzlei an.

Steuerboard passt gut, wenn Ihre Kanzlei einen klar umrissenen Engpass automatisieren will, allen voran die Belegeinsammlung und offene Posten, und die übrige Tool-Landschaft bewusst so bleiben soll, wie sie ist. Auch wer den Agenten-Gedanken ausdrücklich testen möchte, findet hier einen direkten Einstieg. Einplanen sollten Sie dabei, dass ein Agenten-Setup technisches Verständnis und Zeit für die Einrichtung braucht: Die Prozesse müssen zuerst definiert und aufgebaut werden. milia.io kommt dagegen fertig konfiguriert, die Kanzlei startet ohne eigene Entwicklungsarbeit.

milia.io passt gut, wenn das eigentliche Problem nicht ein einzelner Prozess ist, sondern das Nebeneinander aus Portal, E-Mail, Aufgabenliste, Signatur-Tool und Ablage. Dann konsolidiert die Plattform diese Landschaft in einem System, mit KI-Unterstützung im Tagesgeschäft, nativer Mandanten-App und bidirektionaler DATEV-Integration. Nach Kanzleigröße betrachtet: In sehr kleinen Kanzleien kann ein fokussiertes Spezial-Tool genügen. Ab rund 10 Mitarbeitenden entfaltet die All-in-one-Plattform ihren Hebel, weil hier das Tool-Chaos spürbar wird und Entscheidungswege kurz sind. Mit wachsender Kanzleigröße zählen zusätzlich Workflow-Tiefe, die vorgangsbasierte Struktur und Skalierbarkeit über viele Mandate.

Vier Fragen schärfen die Entscheidung:

  1. Wollen wir einen einzelnen Prozess automatisieren oder unsere Zusammenarbeit insgesamt konsolidieren?
  2. Reicht uns eine Datenübergabe an DATEV, oder brauchen wir bidirektionalen Sync ohne Doppelpflege?
  3. Soll KI autonom arbeiten, oder wollen wir jede Entscheidung nachvollziehbar bei einem Menschen halten?
  4. Wie viele Tools laufen nach der Entscheidung noch parallel, und was kosten sie zusammen?

Belegte Ergebnisse aus echten Kanzleien wie F+S und Drechsel helfen, die Abwägung an realen Fällen festzumachen. Wie milia.io im Vergleich mit anderen Anbietern abschneidet, zeigen unsere Gegenüberstellungen mit kanzlei.land für DATEV-Kanzleien; ein Vergleich mit Taxdome aus Sicht deutscher Kanzleien folgt Ende August.

Häufige Fragen

Was ist die beste Steuerboard Alternative für DATEV-Kanzleien?

Die beste Steuerboard Alternative hängt vom Bedarf ab. Wer wie Steuerboard primär einzelne Prozesse automatisieren will, findet am Markt weitere Spezial-Tools für Belegeinsammlung und offene Posten. Wer dagegen die gesamte Zusammenarbeit konsolidieren will, für den ist milia.io die naheliegende Alternative: Die Plattform vereint Vorgänge, Aufgaben, Belege, eine native Mandanten-App, E-Signatur und die KI-Assistenz milia.AI in einem System und synchronisiert bidirektional mit DATEV. milia.io ist vom DStV empfohlen, autorisierter DATEV-Schnittstellenpartner und seit 2025 Teil der Visma-Gruppe. Entscheidend ist die Ausgangsfrage: Punktuelle Automatisierung oder eine Plattform für die ganze Kanzlei-Zusammenarbeit? Eine Demo zeigt am schnellsten, welcher Weg zu Ihrer Kanzlei passt.

Was kostet Steuerboard im Vergleich zu milia.io?

Beide Anbieter listen ihre Preise öffentlich, Stand 2026. Steuerboard rechnet in Paketen: Agents kostet 449 Euro pro Monat mit drei Sitzen, jeder weitere Sitz 149 Euro; Portal plus Agents liegt bei 800 Euro pro Monat mit 100 Mandaten, zuzüglich 1.000 Euro einmaligem Onboarding. milia.io setzt auf Bausteine: Grundpauschale ab 49 Euro pro Monat, 9,90 Euro pro Mitarbeiter:in, milia.AI ab 49 Euro pro Monat und 2 bis 4 Euro pro betrieblichem Mandat, degressiv, private Mandate kostenfrei. Für den fairen Vergleich sollten Sie beide Modelle mit Ihrer realen Mitarbeiter- und Mandatszahl durchrechnen und die Einzeltools einbeziehen, die eine All-in-one-Plattform ablösen kann. Eine pauschale Aussage, welches Modell günstiger ist, wäre unseriös.

Worin unterscheiden sich Steuerboard Agents und milia.AI?

Steuerboard Agents sind autonome KI-Agenten für definierte Prozesse: Der Collect Agent sammelt Belege beim Mandanten ein und erinnert selbstständig, der Signals Agent soll Buchhaltungsdaten auf Beratungsanlässe auswerten und ist nach Anbieterangaben bislang angekündigt, das OPOS-Management verwaltet offene Posten. milia.AI ist dagegen eine eingebettete KI-Assistenz in einer durchgängigen Plattform. Sie kennt Mandant, Vorgang und Bearbeiter:in automatisch, beantwortet Anfragen vor, prüft Bescheide auf Abweichungen und Fristen vor und führt Schritte in Workflows aus. Der Kernunterschied ist die Kontrolle: milia.AI arbeitet konsequent Human-in-the-Loop, die KI bereitet vor, die fachliche Entscheidung trifft immer die Beraterin oder der Berater. Beide Ansätze sind legitim; für haftungsrelevante Kanzleiarbeit ist die Frage "Wer entscheidet am Ende?" das wichtigste Auswahlkriterium.

Ersetzt milia.io oder Steuerboard DATEV?

Nein. Weder milia.io noch Steuerboard ersetzen DATEV, beide ergänzen es. Die Finanzbuchhaltung, das Rechnungswesen und die Steuererklärung bleiben in DATEV und in der fachlichen Verantwortung der Kanzlei. Steuerboard bindet nach eigenen Angaben DATEV-Dienste wie Belege Online, Meine Steuern und das DMS an. milia.io ist autorisierter DATEV-Schnittstellenpartner und synchronisiert über den bidirektionalen DATEV-DMS-Sync Dokumente, Belege und Stammdaten in beide Richtungen, sodass keine Doppelpflege entsteht. Für Kanzleien heißt das: Die vertraute DATEV-Basis bleibt bestehen, die Plattformen setzen darauf auf und verbessern die Zusammenarbeit mit Mandanten sowie die internen Abläufe. Anbieter, die eine vollständige DATEV-Ablösung versprechen, beschreiben nicht das, was diese beiden Plattformen leisten und leisten wollen.

Sind KI-Plattformen mit DSGVO und § 203 StGB vereinbar?

Ja, wenn Auswahl und Einsatz sauber erfolgen. Steuerberater:innen sind Berufsgeheimnisträger nach § 203 StGB, zusätzlich gelten die Pflichten aus dem Steuerberatungsgesetz und der DSGVO. Praktisch heißt das: Mit dem Anbieter wird ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO geschlossen, der Anbieter muss technische und organisatorische Maßnahmen nachweisen, und die Kanzlei sollte auf Hosting in Deutschland sowie belastbare Zertifizierungen achten. milia.io ist DSGVO-konform und StBerG-konform, hostet in ISO-27001-zertifizierten Rechenzentren in Frankfurt und arbeitet mit dem Human-in-the-Loop-Prinzip, sodass fachliche Entscheidungen nachvollziehbar bei der Kanzlei bleiben. Auch Steuerboard nennt nach eigenen Angaben DSGVO-Konformität und deutsche Rechenzentren. Die Verantwortung für den rechtskonformen Einsatz bleibt in jedem Fall bei der Kanzlei, seriöse Anbieter stellen die dafür nötigen Unterlagen transparent bereit.

Für welche Kanzleigröße eignet sich milia.io, für welche Steuerboard?

Steuerboard adressiert nach seinen Referenzen ein breites Spektrum von der Einzelkanzlei bis zur Großkanzlei, der Fokus liegt dabei stets auf agentengestützter Prozess-Automatisierung. milia.io richtet sich an DATEV-Kanzleien, die ihre Zusammenarbeit insgesamt auf eine Plattform heben wollen, und spielt seine Stärken ab rund 10 Mitarbeitenden aus: Ab dieser Größe ist das Tool-Chaos deutlich spürbar, die Entscheidungswege sind kurz, und die Konsolidierung mehrerer Einzeltools rechnet sich schnell. Kleine Kanzleien mit einem einzelnen klaren Engpass können mit einem Spezial-Tool starten. Größere Kanzleien ab 25 Mitarbeitenden profitieren von der vorgangsbasierten Struktur, dem Workflow-Builder und der Skalierbarkeit von milia.AI über viele Mandate hinweg. Maßgeblich ist weniger die reine Größe als die Frage, ob ein Prozess oder die gesamte Zusammenarbeit verbessert werden soll.

milia.io live erleben

Ob Steuerboard oder milia.io: Die Entscheidung fällt leichter, wenn Sie beide Ansätze an Ihrer eigenen Kanzlei-Realität messen. Wer einen einzelnen Prozess automatisieren will, vergleicht Agenten. Wer das Tool- und E-Mail-Chaos hinter sich lassen will, sieht sich die Plattform am besten live an.

In einer persönlichen Demo zeigen wir Ihnen anhand Ihrer Kanzleigröße und Ihrer Mandate, wie Vorgänge, Aufgaben, Belege, die Mandanten-App und milia.AI zusammenspielen und wie sich der bidirektionale DATEV-Sync im Alltag anfühlt. Sprechen Sie mit unseren Kanzlei-Expert:innen und vereinbaren Sie Ihre Demo. So finden Sie heraus, welche Plattform wirklich zu Ihrer Kanzlei passt.