22.06.2026
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Shopify, Amazon und TikTok Shop in DATEV: Wie Kanzleien die E-Commerce-Buchhaltung automatisieren

Grafik: Shopify-Export, Amazon-Settlement, TikTok-Shop-Report, PayPal, Stripe und Klarna werden zu fertigen Buchungsstapeln mit Zahlungsabgleich und OSS-Erlössplitting in DATEV

Es ist Montagmorgen, kurz nach acht, und Steuerberaterin Anna Berger öffnet den Ordner, den sie am Freitag bewusst zugeklappt hat. Ihr Mandant, ein wachsendes D2C-Label für Sportbekleidung, hat im Juni 4.812 Bestellungen abgewickelt. Über den eigenen Shopify-Shop. Über Amazon. Und seit drei Monaten auch über TikTok Shop, wo ein einziges virales Video an einem Wochenende mehr Bestellungen ausgelöst hat als der gesamte Mai zusammen.

Was bei ihr ankommt: drei CSV-Exporte in drei verschiedenen Formaten, ein PayPal-Konto, ein Stripe-Konto, Sammelüberweisungen von Amazon im Zwei-Wochen-Rhythmus, Gebührenabzüge, die auf keiner Rechnung einzeln auftauchen, und ein Mandant, der am Telefon fragt, warum der Abschluss schon wieder länger dauert.

Das Klärungskonto wächst. Die Motivation nicht.

Frau Berger ist mit dieser Situation nicht allein. E-Commerce-Mandate gehören zu den am schnellsten wachsenden Mandatstypen in deutschen Kanzleien, und zu den unbeliebtesten. Nicht, weil die Fachlichkeit besonders schwierig wäre. Sondern weil die Datenlage besonders unübersichtlich ist. Dieser Beitrag zeigt, warum das so ist, welche fünf Zeitfresser fast jedes E-Commerce-Mandat teilen und wie Kanzleien die Verbuchung so automatisieren, dass aus dem Problemmandat ein profitables Wachstumsmandat wird.

Warum E-Commerce-Mandate anders sind

Ein klassisches Handelsmandat produziert überschaubare Belegströme: Ausgangsrechnungen, Eingangsrechnungen, ein Bankkonto, vielleicht eine Kasse. Ein E-Commerce-Mandat produziert Transaktionsströme, und das ist ein kategorialer Unterschied, kein gradueller.

Klassisches Mandat
E-Commerce-Mandat
Belegvolumen
Dutzende bis Hunderte Rechnungen/Monat
Tausende Einzeltransaktionen/Monat
Zahlungswege
1 bis 2 Bankkonten
PayPal, Stripe, Klarna, Amazon Pay, Kreditkarte, Shop-Systeme, oft 5+ parallel
Erlösstruktur
Wenige Erlöskonten
Splitting nach Versandland, Steuersatz, Kanal (OSS)
Gebühren
Als Rechnung sichtbar
Vom Auszahlungsbetrag abgezogen, in Reports versteckt
Retouren
Ausnahme
Fester Bestandteil des Geschäftsmodells (10 bis 40 % je Sortiment)
Datenquelle
Belege vom Mandanten
APIs und Exportformate der Plattformen

Der entscheidende Punkt steht in der letzten Zeile: Die Wahrheit über ein E-Commerce-Mandat liegt nicht in einem Schuhkarton und nicht im E-Mail-Postfach. Sie liegt in den Systemen der Plattformen: bei Shopify, Amazon, TikTok Shop, bei den Payment-Anbietern. Wer diese Daten manuell exportiert, umformatiert und einbucht, arbeitet gegen eine Datenmenge, die mit jedem Wachstumsschritt des Mandanten weiter steigt.

Und die Mandanten wachsen. Genau deshalb sind sie ja zur Kanzlei gekommen.

Die fünf Zeitfresser im E-Commerce-Mandat

1. Der Zahlungsabgleich

Eine Bestellung über 89,90 Euro erscheint nie als 89,90 Euro auf dem Bankkonto. PayPal zieht seine Gebühr ab. Stripe zahlt gesammelt aus. Amazon verrechnet Verkäufe, Werbekosten, Lagergebühren und Retouren in einem einzigen Settlement, das alle 14 Tage kommt. Wer die Auszahlung auf dem Bankkonto den zugrunde liegenden Bestellungen zuordnen will, braucht die Transaktionsreports der Zahlungsanbieter: pro Anbieter ein eigenes Format, eine eigene Logik, ein eigener Export.

In vielen Kanzleien ist der Zahlungsabgleich der Punkt, an dem die Buchhaltung eines E-Commerce-Mandats von „aufwendig" zu „unwirtschaftlich" kippt.

2. Die versteckten Gebühren

Plattform- und Zahlungsgebühren sind Betriebsausgaben, aber sie kommen ohne klassische Rechnung. Sie stecken als Abzugsposten in Settlements und Auszahlungsreports. Werden sie nicht sauber herausgerechnet und auf die richtigen Aufwandskonten gebucht, stimmen weder Erlöse noch Vorsteuer. Das fällt spätestens bei der Betriebsprüfung auf. Vorher fällt es auf dem Klärungskonto auf.

3. OSS und das Erlöskonten-Splitting

Verkauft der Mandant ins EU-Ausland, greift das One-Stop-Shop-Verfahren: Umsätze müssen nach Versandland und Steuersatz getrennt erfasst werden. Aus einem Erlöskonto werden schnell zwanzig. Manuell bedeutet das: jede Transaktion dem richtigen Land, dem richtigen Steuersatz, dem richtigen Konto zuordnen. Bei 4.812 Bestellungen im Monat ist das keine Fleißaufgabe mehr. Es ist ein strukturelles Problem.

Die OSS-Meldung selbst kann über DATEV abgegeben werden, aber nur, wenn in den Buchungen Steuersätze, Steuerschlüssel und Versandländer korrekt ausgewiesen sind. Genau diese Informationen liefern die Shops und Marktplätze aber nicht heraus: In den Exporten von Shopify, Amazon und Co. stecken sie nicht in buchungsfertiger Form. Diese Lücke schließt ein spezialisierter Anbieter wie pathway: Jede Transaktion kommt mit korrektem Steuersatz, Steuerschlüssel und Versandland in DATEV an. Erst damit wird die OSS-Meldung vom Rechercheprojekt zum Routinevorgang.

4. Retouren und Gutschriften

Im E-Commerce ist die Retoure kein Sonderfall, sondern Systembestandteil. Jede Rücksendung erzeugt eine Gutschrift, eine Erstattung über den ursprünglichen Zahlungsweg und, bei Amazon, häufig noch eine anteilige Gebührenerstattung. Eine Bestellung ist damit nicht mit einer Buchung erledigt, sondern zieht einen Rattenschwanz an Folgebuchungen nach sich, oft über Monatsgrenzen hinweg.

5. Jeder neue Kanal beginnt bei null

Gerade hatte die Kanzlei den Shopify-Prozess im Griff, da eröffnet der Mandant einen Amazon-Account. Kaum läuft Amazon, kommt TikTok Shop, mit eigenen Reports, eigener Auszahlungslogik, eigenen Gebührenarten. TikTok Shop ist dafür das aktuellste Beispiel: Die Plattform wächst im deutschen Markt rasant, und ihre Abrechnungsdaten folgen keiner Logik, die man von Amazon oder Shopify kennt. Jeder neue Kanal bedeutet für die Kanzlei: neues Format lernen, neuen Prozess bauen, neue Fehlerquellen absichern.

Das ist der eigentliche Preis des Mandantenwachstums, und er wird selten in der Honorarvereinbarung abgebildet.

Sehen wir uns die drei wichtigsten Kanäle im Detail an, denn jeder bringt seine eigene Buchhaltungslogik mit.

Shopify-Buchhaltung in DATEV: Payouts, Gebühren, Rechnungen

Shopify ist für die meisten D2C-Marken der Heimatkanal, und für Kanzleien der Kanal mit der tückischsten Zahlungslandschaft. Denn Shopify selbst ist nur das Schaufenster. Bezahlt wird über Shopify Payments (das Kreditkarte, Apple Pay und Google Pay bündelt und gesammelt auszahlt), daneben oft PayPal und Klarna mit jeweils eigenen Auszahlungsrhythmen und Gebührenmodellen. Drei Zahlungswege, drei Reports, drei Abgleichslogiken für denselben Shop.

Dazu kommt ein Punkt, der in der Praxis regelmäßig unterschätzt wird: Shopify erstellt von Haus aus keine GoBD-konformen Rechnungen. Wer als Kanzlei ein Shopify-Mandat übernimmt, muss die Rechnungsstellung und die revisionssichere Ablage mitdenken, nicht nur die Verbuchung.

Eine direkte Shopify-DATEV-Schnittstelle von DATEV selbst gibt es nicht; der Weg führt über spezialisierte Anbieter. Eine Shopify-Buchhaltung mit DATEV-Anbindung wie pathway übernimmt dabei alle drei Ebenen auf einmal: Bestellungen, Gebühren und Auszahlungen werden automatisch abgeglichen und als fertiger Buchungsstapel nach DATEV exportiert, GoBD-konforme Rechnungen inklusive Logo automatisch erzeugt und revisionssicher abgelegt.

Amazon-Buchhaltung in DATEV: Warum Settlements der Endgegner sind

Wenn Shopify tückisch ist, ist Amazon ein eigenes Fachgebiet. Amazon zahlt nicht pro Bestellung aus, sondern im 14-Tage-Settlement: eine Sammelüberweisung, in der Verkäufe, Verkaufsgebühren, FBA-Versand- und Lagergebühren, Werbekosten, Retouren-Erstattungen und Gutschriften miteinander verrechnet sind, häufig über Monatsgrenzen hinweg. Eine einzige Auszahlung auf dem Bankkonto steht für Hunderte Einzelpositionen mit unterschiedlichen steuerlichen Qualitäten.

Wer das manuell in DATEV bringen will, muss das Settlement in seine Bestandteile zerlegen, jede Gebührenart dem richtigen Aufwandskonto zuordnen und die Umsätze periodengerecht abgrenzen. Bei einem aktiven FBA-Händler ist das pro Monat ein Tagewerk und die häufigste Quelle für Klärungskonto-Einträge, die nie geklärt werden.

Eine automatisierte Amazon-DATEV-Schnittstelle wie pathway löst genau diesen Knoten: Sie liest die Settlement-Reports über die offizielle Amazon-API aus, zerlegt jede Auszahlung in ihre Einzelpositionen, bucht Gebühren und Erlöse getrennt und grenzt periodengerecht ab. Aus dem Endgegner wird ein Prüfvorgang.

TikTok Shop in DATEV: Der jüngste Kanal, die wenigsten Vorlagen

TikTok Shop ist der am schnellsten wachsende Marktplatz im deutschen E-Commerce und zugleich der, für den die wenigsten Kanzleien einen erprobten Prozess haben. Die Auszahlungs- und Gebührenlogik folgt weder dem Amazon- noch dem Shopify-Muster, die Reports sind jung und ändern sich noch. Genau deshalb lohnt sich hier Automatisierung vom ersten Tag an: Wer den Kanal über eine fertige Integration anbindet, statt einen manuellen Prozess zu bauen, muss ihn auch nicht bei jeder Report-Änderung umbauen. pathway gehört zu den ersten Anbietern mit einer fertigen TikTok-Shop-Integration nach DATEV.

Was Automatisierung hier konkret bedeutet

Die gute Nachricht: Alle fünf Zeitfresser haben dieselbe Ursache. Daten liegen strukturiert in den Plattformen vor, werden aber unstrukturiert in die Buchhaltung getragen. Genau dieses Problem lässt sich heute vollständig automatisieren.

Spezialisierte Lösungen wie pathway, ein offizieller DATEV-Partner für automatisierte E-Commerce-Buchhaltung, setzen direkt an den Schnittstellen der Plattformen an: Sie holen die Transaktionsdaten per API aus Shopify, Amazon und TikTok Shop, aber auch aus eBay, Kaufland, Otto, About You und vielen weiteren E-Commerce-Kanälen. Sie gleichen sie mit den Auszahlungen der Zahlungsanbieter ab und erzeugen daraus fertige, DATEV-konforme Buchungsstapel, inklusive Erlöskonten-Splitting nach Versandland, sauber getrennten Gebühren und verarbeiteten Retouren.

Konkret heißt das:

  • Zahlungsabgleich automatisch: Bestellungen, Gebühren und Auszahlungen von über 15 Zahlungsanbietern werden maschinell zugeordnet. Das Klärungskonto bleibt leer, weil Differenzen gar nicht erst entstehen.
  • OSS-ready: Umsätze werden automatisch nach Versandland und Steuersatz auf die richtigen Erlöskonten gebucht, wahlweise nach SKR03 oder SKR04.
  • DATEV als Ziel, nicht als Baustelle: Der Export erfolgt im DATEV-Standardformat oder direkt über den Buchungsdatenservice. Die Kanzlei arbeitet weiter in ihrer gewohnten Umgebung. Es ändert sich nicht das Wo, sondern das Wieviel an Handarbeit davor.
  • Neue Kanäle ohne neuen Prozess: Kommt TikTok Shop, eBay, Kaufland, Otto oder About You dazu, wird die jeweilige Integration einfach aktiviert. Die Buchungslogik bleibt dieselbe, egal, auf wie vielen Marktplätzen der Mandant morgen verkauft.

Wichtig ist dabei ein Prinzip, das Leserinnen und Leser dieses Blogs kennen: Die Automatisierung bereitet vor, die Kanzlei entscheidet. Buchungsregeln, Kontenzuordnungen und Freigaben bleiben in der Hand der Fachleute. Automatisiert wird das Sortieren, Abgleichen und Übertragen, nicht das Urteil.

Dass dieser Ansatz trägt, zeigt die Verbreitung: Mehr als 3.000 Onlinehändler und über 1.000 Steuerkanzleien arbeiten inzwischen mit pathway, darunter die Buchhaltungen bekannter D2C-Marken wie Ryzon, Maniko oder Neotaste. pathway wird von Shopify und Stripe offiziell als Lösung für die DATEV-Buchhaltung empfohlen und ist auf dem DATEV-Marktplatz die E-Commerce-Schnittstelle mit den meisten Bewertungen von Steuerkanzleien. Eine Kanzlei berichtet von einer Reduktion des monatlichen Aufwands pro E-Commerce-Mandat von zehn Stunden auf eine. Die Einrichtung eines neuen Mandanten dauert in der Regel unter einer Stunde, oft nur 15 Minuten.

Wo sich milia und pathway ergänzen

An dieser Stelle liegt eine Frage nahe: Braucht eine Kanzlei, die bereits mit milia arbeitet, dann noch ein weiteres Werkzeug, oder umgekehrt?

Die Antwort ist unspektakulär: Es sind zwei verschiedene Ebenen desselben Problems.

milia ist die Kollaborationsebene. Hier läuft die Kommunikation mit dem Mandanten, die Belegnachforderung, das Onboarding, die KI-gestützte Vorbereitung der Kanzleiarbeit. milia sorgt dafür, dass zwischen Kanzlei und Mandant nichts verloren geht, über alle Mandatstypen hinweg.

pathway ist die Datenpipeline für E-Commerce. Es übernimmt die eine Mandatsklasse, bei der selbst der beste Kommunikationsprozess nicht reicht, weil das Problem nicht fehlende Belege sind, sondern zehntausende korrekte Einzeldaten, die in DATEV-Buchungen übersetzt werden müssen.

Beide Werkzeuge folgen derselben Architektur-Idee: DATEV bleibt das führende System, ergänzt, nicht ersetzt, um eine spezialisierte Ebene darüber. Eine Kanzlei mit E-Commerce-Mandaten fährt deshalb gut mit der Kombination: milia strukturiert die Zusammenarbeit und Kommunikation, pathway liefert die fertigen Buchungsstapel für Shopify-, Amazon- und TikTok-Shop-Umsätze direkt nach DATEV. Der Sachbearbeiter öffnet morgens nicht mehr drei CSV-Dateien, sondern prüft und gibt frei.

Und der Sonntagabend, an dem jemand Transaktionslisten abstimmt, entfällt auf beiden Ebenen.

Transparenz: Warum wir pathway kennen und selbst nutzen

Dass diese Empfehlung ausgerechnet auf dem milia-Blog steht, hat einen Hintergrund, den wir offenlegen wollen: milia und pathway gehören beide zur Visma-Gruppe. Das erklärt die gemeinsame Philosophie (DATEV ergänzen, nicht ersetzen), aber es ist nicht der Grund für diesen Artikel.

Der Grund ist praktischer: milia nutzt pathway selbst. Unsere eigene Erlös- und Zahlungsbuchhaltung (SaaS-Abrechnungen, Zahlungseingänge, der komplette Abgleich) läuft automatisiert über pathway nach DATEV. Wir empfehlen hier also kein Tool aus dem Katalog, sondern eines aus dem eigenen Rechnungswesen. Genau die Probleme, die dieser Artikel beschreibt, hatten wir intern auch. Und genau so haben wir sie gelöst.

Ausblick: Eine verzahnte Zusammenarbeit und die ersten Beta-Kanzleien

Heute arbeiten milia und pathway als zwei eigenständige Ebenen über DATEV. Die beiden Teams arbeiten aber bereits daran, diese Ebenen enger zu verzahnen, damit E-Commerce-Buchhaltung und Mandantenkommunikation künftig ineinandergreifen, statt nebeneinander zu laufen.

Kanzleien, die E-Commerce-Mandate betreuen und beide Welten verbinden wollen, können proaktiv auf das milia-Team zukommen: Die ersten interessierten Kanzleien erhalten Zugang zur Beta der verzahnten Zusammenarbeit und gestalten mit, wie die Integration in der Praxis aussehen soll.

In vier Schritten zum automatisierten E-Commerce-Mandat

  1. Mandat analysieren. Welche Verkaufskanäle nutzt der Mandant (Shop-System, Marktplätze, TikTok Shop)? Welche Zahlungsanbieter? Verkauft er ins EU-Ausland (OSS)? Diese drei Fragen bestimmen den Umfang der Automatisierung.
  2. Anbindung einrichten. Der Mandant verbindet seine Shop- und Payment-Konten per Klick; die Kanzlei hinterlegt einmalig Kontenrahmen (SKR03/SKR04), Erlöskonten-Logik und Buchungsregeln. Dabei ist die Kanzlei nicht allein: pathway begleitet jede Kanzlei mit einem eigenen Onboarding und hilft bei der Konteneinrichtung, ob SKR03, SKR04 oder bei der Umstellung auf sechsstellige Kontenlängen. Der Schritt dauert typischerweise unter einer Stunde, nicht Wochen.
  3. Ersten Monat parallel fahren. Automatisch erzeugte Buchungsstapel gegen den bisherigen manuellen Prozess prüfen. Hier zeigt sich fast immer: Die Maschine findet Differenzen, die vorher schlicht im Klärungskonto verschwanden.
  4. Umstellen und skalieren. Ab dem zweiten Monat läuft der Export nach DATEV automatisch, als Datei oder direkt per Buchungsdatenservice. Jedes weitere E-Commerce-Mandat folgt demselben Muster, ohne neuen Prozessaufbau.

Ein Punkt ist für die Kanzlei-Kalkulation entscheidend: Die pathway-Gebühren zahlt immer der E-Commerce-Händler selbst, nie die Steuerkanzlei. Die Preise starten bei 29,99 Euro monatlich, und für den Händler rechnet sich das unmittelbar, weil die eingesparten Buchhaltungskosten die Toolkosten um ein Vielfaches übersteigen. Für die Kanzlei bedeutet das: weniger Aufwand pro Mandat, ohne eigene Lizenzkosten.

Was das für die Kanzlei rechnet

Eine kurze Beispielrechnung, bewusst konservativ: Ein mittleres E-Commerce-Mandat kostet eine Kanzlei manuell sechs bis zehn Stunden pro Monat: Exporte, Abgleich, Klärungsfälle, Rückfragen. Bei einem internen Stundensatz von 85 Euro sind das 510 bis 850 Euro monatlich, die selten voll weiterberechnet werden können, weil der Mandant den Aufwand nicht sieht und nicht versteht.

Automatisiert schrumpft derselbe Aufwand auf 30 bis 60 Minuten Prüfung und Freigabe. Die Differenz ist keine Effizienz-Kosmetik: Sie entscheidet, ob E-Commerce-Mandate ein Verlustgeschäft sind, das man aus Loyalität mitschleppt, oder eine Mandatsklasse, die die Kanzlei aktiv akquirieren kann. Denn der Markt wächst ihr entgegen: Jedes Jahr starten zehntausende Händler auf Shopify, Amazon und TikTok Shop, und jeder von ihnen braucht eine Kanzlei, die sein Geschäftsmodell versteht.

Kanzleien, die E-Commerce standardisiert und automatisiert abwickeln, haben hier ein echtes Positionierungsargument. Die anderen haben ein Klärungskonto.

FAQ: E-Commerce-Buchhaltung automatisieren

Gibt es eine Shopify-DATEV-Schnittstelle? Nicht von DATEV selbst; die Verbindung läuft über spezialisierte Anbieter. pathway ist ein offizieller DATEV-Partner, wird von Shopify offiziell empfohlen und überträgt Bestellungen, Gebühren, Auszahlungen und GoBD-konforme Rechnungen automatisch von Shopify nach DATEV.

Wie bekomme ich Shopify-Umsätze in DATEV? Über eine automatisierte Schnittstelle, die Shopify-Bestellungen und die Auszahlungen von Shopify Payments, PayPal und Klarna abgleicht und daraus DATEV-konforme Buchungsstapel erzeugt, als Export-Datei oder direkt per DATEV-Buchungsdatenservice. Manuelle CSV-Exporte sind ab 50 Bestellungen pro Monat nicht mehr wirtschaftlich.

Wie verbucht man Amazon-Settlements in DATEV? Amazon-Settlements müssen in ihre Einzelpositionen zerlegt werden: Verkäufe, FBA- und Verkaufsgebühren, Werbekosten, Retouren und Erstattungen gehören auf unterschiedliche Konten und in die richtige Periode. Eine Amazon-DATEV-Schnittstelle wie pathway erledigt diese Zerlegung und Zuordnung automatisch über die offizielle Amazon-API.

Für welche Plattformen funktioniert die automatisierte Verbuchung? pathway deckt die relevanten Shop-Systeme und Marktplätze ab, darunter Shopify, Amazon, TikTok Shop, eBay, Kaufland, Otto, About You und WooCommerce sowie Abrechnungssysteme wie Stripe und Chargebee. Weitere E-Commerce-Schnittstellen kommen laufend hinzu.

Bleibt DATEV das führende System? Ja. Die Automatisierung erzeugt DATEV-konforme Buchungsstapel und übergibt sie als Export oder direkt über den DATEV-Buchungsdatenservice. Kanzleiprozesse, Auswertungen und Jahresabschluss laufen unverändert in DATEV.

Wer kontrolliert die Buchungen? Die Kanzlei. Kontenzuordnung und Buchungsregeln werden einmalig von der Kanzlei festgelegt und lassen sich individuell anpassen. Die Automatisierung wendet diese Regeln an; geprüft und freigegeben wird in der Kanzlei.

Wie funktioniert der Zahlungsabgleich konkret? pathway liest die Transaktions- und Auszahlungsreports von über 15 Zahlungsanbietern (u. a. PayPal, Stripe, Klarna, Amazon Pay) automatisch ein und ordnet Auszahlungen, Gebühren und Erstattungen den zugehörigen Bestellungen zu. Differenzen zwischen Bank und Shop entstehen dadurch gar nicht erst.

Was passiert mit OSS-Umsätzen? Umsätze werden automatisch nach Versandland und Steuersatz getrennt und auf die entsprechenden Erlöskonten gebucht, nach SKR03 oder SKR04. Ein Dashboard zeigt die umsatzsteuerlichen Sachverhalte auf einen Blick.

Ist das GoBD-konform? Ja. Belege wie automatisch erzeugte Shopify-Rechnungen werden revisionssicher gespeichert, die Buchungsdaten sind nachvollziehbar bis auf die Einzeltransaktion.

Wie lange dauert die Einrichtung eines Mandats? Die technische Anbindung ist in rund 15 Minuten erledigt; inklusive Kontenlogik und Regelwerk sollte eine Kanzlei mit unter einer Stunde pro Mandat rechnen. Empfohlen wird ein Parallelmonat zur Kontrolle.

Hilft pathway bei der Konteneinrichtung, auch bei SKR03, SKR04 oder sechsstelligen Konten? Ja. pathway bietet ein eigenes Onboarding für Steuerkanzleien: Das Team unterstützt bei der Einrichtung der Erlös- und Aufwandskonten, arbeitet mit SKR03 wie SKR04 und begleitet auch die Umstellung auf sechsstellige Sachkontenlängen. Die Kontenlogik wird einmal sauber aufgesetzt und gilt dann für jedes weitere Mandat.

Ersetzt pathway ein Mandantenportal oder eine Kollaborationsplattform? Nein. pathway automatisiert die Verbuchung von E-Commerce-Transaktionen. Kommunikation, Belegaustausch und Zusammenarbeit mit dem Mandanten laufen weiterhin über die Kollaborationsplattform der Kanzlei, etwa milia. Beide Ebenen ergänzen sich.

Wie hängen milia und pathway zusammen? Beide Unternehmen gehören zur Visma-Gruppe und teilen dieselbe Architektur-Philosophie: DATEV ergänzen, nicht ersetzen. milia setzt pathway zudem selbst für die eigene Erlös- und Zahlungsbuchhaltung ein. Eine direkte technische Verzahnung beider Plattformen ist in Arbeit; interessierte Kanzleien können sich beim milia-Team für die Beta melden.

Was kostet das und wer zahlt? Die Preise beginnen bei 29,99 Euro pro Monat, abhängig vom Transaktionsvolumen. Die Gebühren trägt immer der E-Commerce-Händler selbst; für die Steuerkanzlei fallen keine Kosten an. Viele Kanzleien empfehlen die Einrichtung trotzdem aktiv, weil sie den eigenen Aufwand pro Mandat drastisch senkt und sich die Ersparnis bei den Buchhaltungskosten für den Mandanten sofort rechnet.

Lohnt sich das auch für kleine Shops? Als Faustregel: Ab 50 Bestellungen pro Monat übersteigt der manuelle Abstimmungsaufwand zuverlässig die Toolkosten. Bei Mandanten mit mehreren Kanälen (z. B. Shopify plus Amazon) lohnt es sich fast immer, unabhängig von der Größe.


Sie betreuen E-Commerce-Mandate und wollen sehen, wie automatisierte Buchungsstapel für Shopify, Amazon und TikTok Shop in Ihrer DATEV-Umgebung ankommen? Auf der Steuerberater-Seite von pathway finden Sie Details und können eine Demo vereinbaren. Und wenn Sie milia und pathway von Anfang an zusammen denken wollen: Melden Sie sich beim milia-Team. Die ersten Kanzleien erhalten Zugang zur Beta der verzahnten Zusammenarbeit.