22.06.2026
Kanzleien der Zukunft

Best of Technology 2026: Was die Auszeichnung der WirtschaftsWoche für DATEV-Kanzleien bedeutet

Best of Technology Award 2026 der WirtschaftsWoche, Prädikat Exzellent für milia.io in der Kategorie Tax und Finance

Am 3. September 2026 hat die WirtschaftsWoche in Düsseldorf den Best of Technology Award vergeben. In der Kategorie Tax & Finance trägt milia.io seither das Prädikat Exzellent.

Für uns ist das eine gute Nachricht. Für eine Steuerkanzlei, die gerade Software auswählt, ist es zunächst nur ein Siegel.

Siegel gibt es viele. Der Unterschied liegt darin, wer prüft und was geprüft wird. Beim Best of Technology Award sind das vier Prüfblöcke, eine wissenschaftliche Vorauswertung durch das Fraunhofer ISI und eine Jury aus CIOs großer Unternehmen. Diese Kriterien taugen als Checkliste für jede Kanzleisoftware. Auch für die Anbieter, die kein Siegel tragen.

Wer vergibt den Best of Technology Award?

Initiator ist die WirtschaftsWoche. Wissenschaftlicher Partner ist das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, Knowledge Partner das Karlsruher Institut für Technologie, strategischer Partner Capgemini. Ausgezeichnet werden nach Angaben des Veranstalters innovative Digitallösungen für Unternehmen, Institutionen und Organisationen.

Die Kategorie, in der milia angetreten ist, beschreibt der Award als Bühne für digitale Innovationen, die komplexe Herausforderungen in den Bereichen Finanzen, Recht und Steuern adressieren. Genannt werden dort ausdrücklich Rechnungswesen, Controlling, Datenschutz, Wissensmanagement und Compliance (award.wiwo.de, Stand 2026, abgerufen am 16.09.2026).

In der Kategorie Tax & Finance sieht das Ergebnis so aus:

Platzierung
Unternehmen
1. Platz
Taxy.io GmbH
2. Platz
Finom
Exzellent
milia.io
Exzellent
nyx automation GmbH

Quelle: Best of Technology Award, Gewinner 2026 (abgerufen am 16.09.2026)

Zwei der vier ausgezeichneten Anbieter arbeiten im DATEV-Umfeld. Das sagt etwas über den Markt. Die Automatisierung der Steuerkanzlei ist 2026 kein Randthema mehr, sondern ein Feld, in dem eine Fachjury Unterschiede benennen kann.

Wie läuft die Bewertung ab?

Geprüft wird in zwei Stufen, und die erste liegt nicht bei der Jury, sondern beim Fraunhofer ISI.

Im ersten Fragebogen beantwortet jedes Unternehmen vier Blöcke: Innovationsgrad der eingereichten Lösung, Funktionsweise, Nutzen für die Anwender samt gesellschaftlichem Nutzen und Skalierbarkeit. Das Fraunhofer ISI wertet diese Antworten aus und erstellt gemeinsam mit der Redaktion eine Shortlist von fünf bis zehn Unternehmen je Kategorie.

Erst diese Shortlist bekommt den zweiten Fragebogen. Dort geht es um den technologischen Kern: Funktionen, Vorteile, Anwendungsbeispiele, Referenzen. Dazu kommt ein Video von rund 90 Sekunden, das der Jury in ihrer Sitzung gezeigt wird. Der Award verlangt darin ausdrücklich einen Einblick in die Backend-Architektur mit Services, Schnittstellen und Datenbanken.

Die Jurysitzung fand am 2. Juli 2026 statt. In der Jury saßen unter anderem der CIO von Siemens Digital Industries, der CIO der BARMER, ein Vertreter von SAP und die stellvertretende Chefredakteurin der WirtschaftsWoche. Wissenschaftlich begleitet wurde die Sitzung von Univ.-Prof. Dr. Marion A. Weissenberger-Eibl, Institutsleiterin des Fraunhofer ISI.

Eine Leserwahl ist das nicht, ein gekauftes Siegel ebenso wenig. Die Vorauswahl ist eine Auswertung, die Endauswahl eine Diskussion unter Menschen, die selbst große IT-Landschaften verantworten.

Warum zählt Skalierbarkeit gerade für eine Steuerkanzlei?

Von den vier Prüfblöcken ist einer für Kanzleien besonders aufschlussreich, und es ist nicht der Innovationsgrad. Es ist die Skalierbarkeit.

In der Kanzleipraxis meint Skalierbarkeit keine Serverkapazität. Sie meint: Trägt der Ablauf auch dann noch, wenn statt drei Mandaten im Monat dreißig durchlaufen. Eine Mandatsannahme, die bei jedem neuen Mandanten dieselbe halbe Stunde Handarbeit kostet, skaliert nicht. Eine Mandatsannahme, die als Vorgang mit Aufgaben, Fristen und Belegen hinterlegt ist, skaliert.

Dasselbe gilt für die Belegnachforderung am Quartalsende. Läuft sie als Serie einzelner Mails, wächst der Aufwand linear mit der Mandantenzahl. Als Aufgabe im Vorgang hinterlegt, tut er das nicht.

Bei der F+S Steuerberatung ist die Mandatsannahme von zwei bis vier Stunden auf 15 Minuten gesunken. Die Kanzlei Drechsel wickelt rund 90 Prozent ihres Onboardings über milia ab. Das sind zwei Kanzleien und keine Marktstudie. Als Anschauung dafür, was der Prüfblock Nutzen für die Anwender meint, taugen sie trotzdem.

Was sagt die Auszeichnung nicht?

Ein Prädikat einer Fachjury bewertet Technologie. Eine Jury aus CIOs großer Unternehmen beurteilt gründlich, ob eine Architektur trägt und ob eine Lösung skaliert, aber sie sitzt nicht in Ihrer Kanzlei und kennt weder Ihren Mandantenstamm noch die Gewohnheiten Ihres Teams.

Das bleibt Ihre Prüfung. Passt der Ablauf zur Arbeitsweise Ihres Teams. Trägt die DATEV-Seite das, was Sie täglich brauchen. Und wer entscheidet am Ende, wenn die KI-Assistenz einen Vorschlag macht.

Der letzte Punkt ist uns wichtig genug, um ihn auszuschreiben. milia.AI bereitet vor. Ein Mensch prüft und gibt frei. Eine Bescheidprüfung, die eine Abweichung markiert, ist ein Vorschlag, keine Entscheidung. Dieses Human-in-the-Loop-Prinzip ist keine Einschränkung, die wir später auflösen. Es ist die Bauweise.

Ebenso klar ist die Rolle gegenüber DATEV. milia ergänzt DATEV, es ersetzt DATEV nicht. Buchführung, Steuererklärung und Lohnabrechnung bleiben dort, wo sie heute sind. milia ist autorisierter DATEV-Schnittstellenpartner und setzt auf dieser Basis auf.

Woran Sie Kanzleisoftware sonst noch messen können

Ein Award ist ein Datenpunkt. Einige weitere lassen sich ohne Demotermin prüfen.

  • Empfiehlt der Berufsstand den Anbieter. milia ist vom DStV empfohlen.

  • Ist der Anbieter autorisierter DATEV-Schnittstellenpartner, oder greift er über Umwege auf Daten zu.

  • Wo stehen die Server. milia hostet in Deutschland, in ISO-27001-zertifizierten Rechenzentren in Frankfurt.

  • Wie erfüllt der Anbieter die Verschwiegenheitspflicht nach § 203 StGB und die DSGVO, und steht das im Vertrag.

  • Wem gehört der Anbieter langfristig. milia gehört seit 2025 zur Visma-Gruppe.

Keiner dieser Punkte ersetzt die anderen. Gemeinsam sagen sie mehr aus als jedes einzelne Siegel, unseres eingeschlossen.

Häufige Fragen

Wer vergibt den Best of Technology Award?

Initiator ist die WirtschaftsWoche. Wissenschaftlicher Partner ist das Fraunhofer ISI, Knowledge Partner das Karlsruher Institut für Technologie, strategischer Partner Capgemini. Die Preisverleihung 2026 fand am 3. September in Düsseldorf statt.

Was bedeutet das Prädikat Exzellent beim Best of Technology Award?

Der Award weist neben den Platzierungen das Prädikat Exzellent aus. In der Kategorie Tax & Finance ging es 2026 an milia.io und an nyx automation.

Wer wurde 2026 in der Kategorie Tax & Finance ausgezeichnet?

Den ersten Platz belegt Taxy.io, den zweiten Finom. Das Prädikat Exzellent tragen milia.io und nyx automation.

Wie wird beim Best of Technology Award bewertet?

Bewertet wird in zwei Stufen. Das Fraunhofer ISI wertet einen ersten Fragebogen zu Innovationsgrad, Funktionsweise, Anwendernutzen und Skalierbarkeit aus und erstellt daraus mit der Redaktion eine Shortlist von fünf bis zehn Unternehmen je Kategorie. Diese Shortlist beantwortet einen zweiten, technischeren Fragebogen und reicht ein Video von rund 90 Sekunden ein. Die Jury entscheidet in ihrer Sitzung.

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Ein Prädikat ersetzt keinen Blick auf die eigene Kanzlei. In einer Demo gehen wir Ihre Abläufe durch: Mandatsannahme, Belegnachforderung, Fristen. Sie sehen dabei, was milia.AI vorbereitet und an welcher Stelle Ihr Team freigibt.

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Quellen